"Wir sind göttliche Hermaphroditen"


Interview mit Ab Aziz Makaja

aJ: Makaja, Du lehrst Männer und Frauen die Kunst der Liebe. Und Du sagst gleichzeitig: Wir sind nicht Mann und nicht Frau. Was sind wir?

Makaja: Wir sind göttliche Hermaphroditen. Wir sind im Grunde nicht Mann und nicht Frau. Wir haben beide die männlichen und die weiblichen Geschlechtshormone, das ist ein Spiel der Natur. Und es gibt in der Regel ein Übermaß der einen oder der anderen Hormone und dann haben wir männliche oder weibliche Geschlechtsmerkmale. Aber im Wesen sind wir göttliche Hermaphroditen, nur sind wir uns dessen nicht bewußt. Wir haben es vergessen. Unsere einzige Aufgabe hier auf Erden ist die Bewußtwerdung dieser Tatsache. Als Kinder Gottes beinhalten wir alles. Jeder Mann, jede Frau ist ein Kind Gottes. Und in einem Kind ist ein natürliche Glückseligkeit, jenseits der Geschlechter. Jesus predigt: Wenn Ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt Ihr nicht in das Himmelreich kommen. Dieses Kind, von dem Jesus spricht, ist in jedem Menschen vorhanden. Geistige oder auch religiöse Methoden helfen uns, uns wieder zu erinnern an die himmlischen Güter und Geschenke, die wir vergessen haben.

aJ: Wie haben wir vergessen, daß das menschliche Wesen, daß wir selbst zweigeschlechtlich sind?

Makaja: Es ist das Erwachen des sexuellen Bewußtseins, das uns in die Dualität von Mann und Frau fallen läßt, die Pubertät ist die Vertreibung aus dem Paradies. In der Pubertät denke ich: Hier bin ich und dort ist die Welt. Ich bin ein Mann, Du bist eine Frau. Es entsteht ein Bewußtsein von Getrenntheit, es entsteht Anziehung zum Gegengeschlecht. Das ist notwendig, es dient der Arterhaltung. Leben entwickelt sich zwischen den beiden Polen: Yin und Yang, Tag und Nacht, Männlich und Weiblich. Alles ist so geschaffen. Und Leben heißt Bewegung zwischen den beiden Polen. Aber wenn wir uns daran erinnern, daß wir beides noch immer in uns haben, daß wir die natürliche Glückseligkeit noch immer in uns haben, daß wir Kinder Gottes sind - dann sind wir reif für die ernsthafte geistige Reise. Ich sehe es bei meinem jüngsten Sohn, der gerade vier Jahre alt ist. Ich sehe, wie die Lebensenergie durch ihn geht und ihn berührt. Er ist glücklich, er ist sich selbst genug, ist nicht ent-zweit, er ist von selbst im advaitischen Bewußtsein. Nur weiß er nichts davon, welch ein wertvolles Himmelsgeschenk er hat. Wenn die Pubertät kommt, wird er es wahrscheinlich verlieren müssen und dann wiedergewinnen durch die eine oder andere geistige oder religiöse Praxis. Das ist die Reise. Auf dieser Reise geht es um die hundertprozentige Entwicklung der sogenannten männlichen und der sogenannten weiblichen Qualitäten.

aJ: Wie werden diese Qualitäten auf dem tantrischen Weg, den Du lehrst, beschrieben?

Makaja: Tantrische Schriften beschreiben spezifische Energien, symbolisiert in den Blütenblättern der sieben Chakren. Das sind willens-, emotionale und mentale Fähigkeiten, die wir entwickeln können auf dem Weg der Selbstvervollkommnung, es sind Tugenden. Der göttliche Hermaphrodit hat seine physische, emotionale und mentale Natur durch die Befreiung und Entfaltung der göttlichen Shakti transzendiert und ist eine befreite Seele. Das ist das Paradies der Yogis.

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Das ganze Interview in: aJ, Vol. 14

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