Es gibt so viele Geschlechter, wie es Menschen gibt


„Unten abschneiden,
oben abschneiden –
was bleibt,
nennen wir normal.“
OM C. Parkin

Gespräch mit einem Zwitter

aJ: Elisabeth, bevor ich mit meinen Fragen zum Thema beginne, möchte ich Dich als Zwitter vorstellen. Und Dich fragen: Was genau ist ein Zwitter?

Elisabeth: Ein Zwitter oder ein Hermaphrodit ist ein Mensch mit einem XY-Chromosomensatz, der mehr oder weniger androgenresistent ist. Wir nennen uns XY-Frauen, Hermaphroditen oder Zwitter. Ich bevorzuge das Wort Zwitter aus zweierlei Gründen: zum einen setzt der Begriff Hermaphrodit ein gewisses Bildungsniveau voraus, das Wort „Zwitter“ kennt hingegen jeder; zum anderen wird
Zwitter im allgemeinen als häßliches Wort gesehen. Ich möchte es mir gerne als urteilsfreie Benennung zurückerobern.

aJ: In meiner ersten Anfrage für das Interview sagtest Du, daß es für Dich keine männliche oder weibliche Seele gibt. Was ist die Seele für Dich?

Elisabeth: Als mir eine Astrologin sagte, daß man im Horoskop kein Geschlecht erkennen kann, jubilierte mein Herz. Seele ist jenseits von männlich und weiblich. Es gibt männliche und weibliche Seelenaspekte, es gibt sie allerdings nur in der Einheit. Es gibt sie nur in Einheit, niemals als in zwei gehauen. In zwei gehauen ist dichotom und ich vermute, daß das immer was mit dem Sündenfall zu tun hat.

aJ: Was meinst Du damit, daß das mit dem Sündenfall zu tun hat?

Elisabeth: Ich vermute das. Die Geschichte von Adam und Eva: Sie haben sich „erkannt“ und dabei haben sie erkannt, daß sie verschieden sind – das ist ja dieses in zwei Gehauene – und plötzlich sind da zwei Wesen ... Vielleicht kann man Adam und Eva als Symbol für ein Wesen nehmen, so wie Yin/Yang.
Ein Mensch ist für mich erst dann komplett, wenn er seine männlichen und weiblichen Anteile, die niemals getrennt zu sehen sind, lebt. Doch leider leben das die wenigsten.

(...)

Das ganze Interview in: aJ, Vol 14

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