Was ist ein spiritueller Lehrer?
Raphael ist ein Verwirklichter, ein Jnani, und lehrt den Advaita Vedanta nach Gaudapada und Shankara (s. aJ Vol. 1, S. 22 f.; aJ Vol. 2, S.36 f.; aJ Vol. 3, S.44 ff.; aJ Vol. 7, S.46 ff.). Von Sehern als Weiser erkannt, erkennt er Weise. Raphael lebt und wirkt in der Einen Wahrheit jenseits jeglicher Vorstellungen und Bilder, weshalb es konsequenterweise keine Abbildungen von ihm gibt. Die genialen klaren Darlegungen der (praktischen) Lehre, insbesondere in Raphaels zahlreichen Büchern (es sind viele ins Deutsche übersetzt), können für einen spirituell Strebenden unglaublich hilfreich sein. Darüber hinaus hat Raphael eine Vielzahl von spirituellen Texten geschrieben, die unter anderem in der verlagseigenen Reihe „Vidya“ erschienen sind, von denen dieser vorliegende Text – in der Art, wie tief er das Juwel der Einen Höchsten Wahrheit beleuchtet – seinesgleichen in der spirituellen Literatur sucht. Durch die unsichtbare „Hand“ geführt, fand ich einst diesen Text und habe ihn – zunächst anscheinend nur für mich aus Interesse an meinem Meister – aus dem Italienischen übersetzt. Als langjährige sehr enge Schülerin von Raphael fühlte ich nach jahrzehntelanger „Reinigungsarbeit“ den Segen, die Essenz dieser Lehre „schrittweise in mich hineinnehmen zu können“; dies sowohl auf der „stofflichen“ als auch auf der geistigen Ebene, das heißt auf der Erkenntnisebene. Einige Suchende äußerten die Bitte, diesen Text auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Welches Medium in Deutschland eignet sich besser als das advaitaJournal, das stets auf das existenzielle Leben als Einheit der geistigen und „materiellen“ Dimension hinweist?
Doris Steinmann
von Raphael
Wir müssen erkennen, daß wir alle Meister von jemandem sind. Ein Vater ist der Meister des eigenen Sohnes, ein Lehrer ist ein Meister von seinen Schülern, ein Dozent ist ein Meister von seinen Studenten, ein Straßenräuber kann ein Meister von vielen Lernenden sein. Solange Ignoranz (avidya) und Kenntnis (vidya) existieren, gibt es wissende Meister, und es gibt Lernende, die Erkenntnis suchen, weil – ganz genau – sie irgendetwas ignorieren.
So verstanden ist die Figur eines Lehrer-Gurus nicht unbedingt notwendig für eine spirituelle Lehre oder Yoga, aber diese Wahrheit gerät oft in Vergessenheit.
Ist ein spiritueller Lehrer – Guru also nötig? Für jemanden, der einige Dinge ignoriert, ist er unentbehrlich. Die Form des Guru entsteht aus dem vorhandenen Bedürfnis des konditionierten Bewußtseins des Menschen. Kann ein Lernender also auf seinen spirituellen Lehrer verzichten? Man könnte freilich sagen, daß es Autodidakten geben kann. Und wirklich, ein Meister eines Autodidakten ist genau das Buch, es ist das direkte Wort des Guru, es ist die Erfahrung des spirituellen Lehrers oder Unterweisers. Es kann auch das Leben selbst sein, das in Erscheinung tritt durch Freunde, Feinde oder durch Schmerz etc. Anstatt nur die Form des spirituellen Lehrers infrage zu stellen, sollten wir seine Lehre hinterfragen, sein wirkendes Verhalten, seine didaktische Verhaltensweise, seine Beziehung zu den Schülern etc.
Es gibt Gurus auf verschiedenen Ebenen des Bewußtseins; jene, welche nur eine sentimentale oder gedankliche Hilfe geben können, andere, die nur eine psychologische Hilfe anbieten können und noch andere, die nur sich selbst helfen können, gleich in welcher Weise. Es gibt auch falsche Lehrer und falsche Propheten, und ihrer sind nicht wenige, aber die wollen wir nicht stören.
Aber was ist ein spiritueller Lehrer oder ein Meister in einem initiatischen Feld? Ein wirklicher Meister ist derjenige, der einen „spirituellen Einfluß“ übertragen kann.
(...)
Der ganze Text in: aJ, Vol 12
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Doris Steinmann
von Raphael
Wir müssen erkennen, daß wir alle Meister von jemandem sind. Ein Vater ist der Meister des eigenen Sohnes, ein Lehrer ist ein Meister von seinen Schülern, ein Dozent ist ein Meister von seinen Studenten, ein Straßenräuber kann ein Meister von vielen Lernenden sein. Solange Ignoranz (avidya) und Kenntnis (vidya) existieren, gibt es wissende Meister, und es gibt Lernende, die Erkenntnis suchen, weil – ganz genau – sie irgendetwas ignorieren.
So verstanden ist die Figur eines Lehrer-Gurus nicht unbedingt notwendig für eine spirituelle Lehre oder Yoga, aber diese Wahrheit gerät oft in Vergessenheit.
Ist ein spiritueller Lehrer – Guru also nötig? Für jemanden, der einige Dinge ignoriert, ist er unentbehrlich. Die Form des Guru entsteht aus dem vorhandenen Bedürfnis des konditionierten Bewußtseins des Menschen. Kann ein Lernender also auf seinen spirituellen Lehrer verzichten? Man könnte freilich sagen, daß es Autodidakten geben kann. Und wirklich, ein Meister eines Autodidakten ist genau das Buch, es ist das direkte Wort des Guru, es ist die Erfahrung des spirituellen Lehrers oder Unterweisers. Es kann auch das Leben selbst sein, das in Erscheinung tritt durch Freunde, Feinde oder durch Schmerz etc. Anstatt nur die Form des spirituellen Lehrers infrage zu stellen, sollten wir seine Lehre hinterfragen, sein wirkendes Verhalten, seine didaktische Verhaltensweise, seine Beziehung zu den Schülern etc.
Es gibt Gurus auf verschiedenen Ebenen des Bewußtseins; jene, welche nur eine sentimentale oder gedankliche Hilfe geben können, andere, die nur eine psychologische Hilfe anbieten können und noch andere, die nur sich selbst helfen können, gleich in welcher Weise. Es gibt auch falsche Lehrer und falsche Propheten, und ihrer sind nicht wenige, aber die wollen wir nicht stören.
Aber was ist ein spiritueller Lehrer oder ein Meister in einem initiatischen Feld? Ein wirklicher Meister ist derjenige, der einen „spirituellen Einfluß“ übertragen kann.
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Der ganze Text in: aJ, Vol 12
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