Wie aus Glut Asche wurde
„Jesus spricht: Wer mir nahe ist, ist nahe dem Feuer.“
(Thomasevangelium)
Die Jünger Jesu – Symbole für treue Gefolgschaft und Angst vor der Kraft.
Von Christian Beneker
Die berühmtesten hießen Petrus und Judas, zwei Verräter. Natürlich gab es viel mehr Jünger Jesu, Menschen, die „nahe dem Feuer“ waren. Aber diese beiden sind berühmt geworden, weil sie beispielhaft gescheitert sind. Sie sind auch Symbol-Figuren geworden für die Angst vor dem inneren Feuer der Autorität. Alle engen Schüler Jesu sind geflohen, als ihnen dieses Feuer zu nah kam. Später sind sie entweder umso mächtiger als Amtsautorität zurückgekehrt oder geistern bis heute als Sündenbock durch die Christenheit: Petrus und Judas.
Jesus war zuerst ein Jünger
Bevor Jesus ein Lehrer wurde, war er selber ein Schüler, ein Jünger. Sein Meister hieß Johannes, Beiname: „der Täufer“, ein radikaler, asketischer und Unheil verkündender Mann. Dieser Prediger sah so aus, wie man sich in Israel einen Unheilspropheten vorstellte. Er lebte in der Wüste, aß Schnecken, Heuschrecken und Honig und kleidete sich in Kamelhaar. Er verkündete Gottes Gericht, das mit Feuer und Axt hereinbrechen und unentrinnbar sein würde. Johannes predigte aber auch die Möglichkeit der Umkehr und zwar für die, die sich im Jordan taufen ließen. Johannes war in seinem Gestus das Gegenteil Jesu und doch für längere Zeit oder doch zumindest für den Moment der Taufe sein Lehrer. Denn Jesus kam zu ihm, um sich taufen zu lassen.
Johannes handelte „aus eigener Autorität“, wie es in der Bibel heißt. Als später Jesus mit einer Gruppe von Theologen um seine eigene Autorität stritt, fragte er: „Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel, oder von den Menschen?“ Die Theologen wichen aus und sagen „Wir wissen´s nicht.“ Jesus sagte: „Dann sage ich euch auch nicht, mit welcher Vollmacht ich das tue!“
Jesus handelte mit der Autorität des Vertrauens auf die Quelle, die er „Gott“ nannte, oder „Gottesreich“ oder „Königsherrschaft Gottes“. Schon bei seiner Taufe wurde das deutlich. Jesus stellte sich der Gerichtspredigt des Johannes, er stellte sich damit auch der Axt und dem Feuer - und erst dann begann seine eigene Wirksamkeit als Lehrer. Die Bibel drückt es so aus: Jesus erhielt mit der Taufe den Heiligen Geist, der wie eine Taube auf ihn herabkam. Diese „Taube“ trieb ihn in die Wüste. Dort wurde er 40 Tage lang „vom Satan versucht“, schreibt das Markus-Evangelium, „und er war bei den Tieren und die Engel dienten ihm.“ Vielleicht kann man sagen, daß der Heilige Geist der Geist des Mutes ist. Jesus ist in der Wüste durchs Feuer gegangen, bevor er selber ganz Feuer wurde. Die Taufe war Jesu Erwachen, die 40 Tage in der Wüste seine völlige Menschwerdung. „Als Johannes Jesus taufte, machte er es dem Heiligen Geist möglich, geboren zu werden, sich zu manifestieren - in Jesus, dem Menschen. Jesus zog sich darauf 40 Tage lang in die Berge zurück. Er meditierte und stärkte den Heiligen Geist in sich, um eine völlige Transformation zu erlangen.“ (Thich Nhat Hanh, „Dialog der Liebe“).
(...)
Der ganze Text in: aJ, Vol 12
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(Thomasevangelium)
Die Jünger Jesu – Symbole für treue Gefolgschaft und Angst vor der Kraft.
Von Christian Beneker
Die berühmtesten hießen Petrus und Judas, zwei Verräter. Natürlich gab es viel mehr Jünger Jesu, Menschen, die „nahe dem Feuer“ waren. Aber diese beiden sind berühmt geworden, weil sie beispielhaft gescheitert sind. Sie sind auch Symbol-Figuren geworden für die Angst vor dem inneren Feuer der Autorität. Alle engen Schüler Jesu sind geflohen, als ihnen dieses Feuer zu nah kam. Später sind sie entweder umso mächtiger als Amtsautorität zurückgekehrt oder geistern bis heute als Sündenbock durch die Christenheit: Petrus und Judas.
Jesus war zuerst ein Jünger
Bevor Jesus ein Lehrer wurde, war er selber ein Schüler, ein Jünger. Sein Meister hieß Johannes, Beiname: „der Täufer“, ein radikaler, asketischer und Unheil verkündender Mann. Dieser Prediger sah so aus, wie man sich in Israel einen Unheilspropheten vorstellte. Er lebte in der Wüste, aß Schnecken, Heuschrecken und Honig und kleidete sich in Kamelhaar. Er verkündete Gottes Gericht, das mit Feuer und Axt hereinbrechen und unentrinnbar sein würde. Johannes predigte aber auch die Möglichkeit der Umkehr und zwar für die, die sich im Jordan taufen ließen. Johannes war in seinem Gestus das Gegenteil Jesu und doch für längere Zeit oder doch zumindest für den Moment der Taufe sein Lehrer. Denn Jesus kam zu ihm, um sich taufen zu lassen.
Johannes handelte „aus eigener Autorität“, wie es in der Bibel heißt. Als später Jesus mit einer Gruppe von Theologen um seine eigene Autorität stritt, fragte er: „Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel, oder von den Menschen?“ Die Theologen wichen aus und sagen „Wir wissen´s nicht.“ Jesus sagte: „Dann sage ich euch auch nicht, mit welcher Vollmacht ich das tue!“
Jesus handelte mit der Autorität des Vertrauens auf die Quelle, die er „Gott“ nannte, oder „Gottesreich“ oder „Königsherrschaft Gottes“. Schon bei seiner Taufe wurde das deutlich. Jesus stellte sich der Gerichtspredigt des Johannes, er stellte sich damit auch der Axt und dem Feuer - und erst dann begann seine eigene Wirksamkeit als Lehrer. Die Bibel drückt es so aus: Jesus erhielt mit der Taufe den Heiligen Geist, der wie eine Taube auf ihn herabkam. Diese „Taube“ trieb ihn in die Wüste. Dort wurde er 40 Tage lang „vom Satan versucht“, schreibt das Markus-Evangelium, „und er war bei den Tieren und die Engel dienten ihm.“ Vielleicht kann man sagen, daß der Heilige Geist der Geist des Mutes ist. Jesus ist in der Wüste durchs Feuer gegangen, bevor er selber ganz Feuer wurde. Die Taufe war Jesu Erwachen, die 40 Tage in der Wüste seine völlige Menschwerdung. „Als Johannes Jesus taufte, machte er es dem Heiligen Geist möglich, geboren zu werden, sich zu manifestieren - in Jesus, dem Menschen. Jesus zog sich darauf 40 Tage lang in die Berge zurück. Er meditierte und stärkte den Heiligen Geist in sich, um eine völlige Transformation zu erlangen.“ (Thich Nhat Hanh, „Dialog der Liebe“).
(...)
Der ganze Text in: aJ, Vol 12
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