Die Bedeutung von Autorität auf der spirituellen Reise
von Reshad Feild
Erst als ich mich hinsetzte, um diesen Artikel für das advaitaJournal zu schreiben, bemerkte ich, wie weit dieses Thema ist und wie sehr es mißverstanden wird. Tatsächlich frage ich mich, nachdem ich diese kurzen Notizen abgeschlossen habe, ob ich vielleicht ein ganzes Buch schreiben sollte, das der inneren Bedeutung von Autorität auf dem Pfad gewidmet ist. Ich schreibe diesen Artikel mehr als eine Herausforderung, denn als hochfliegende intellektuelle Erklärungen anzustreben, die eine ganze Kosmologie über den Sinn des Lebens auf der Erde beinhalten müßte. „Ich war ein verborgener Schatz und Ich sehnte Mich danach, erkannt zu werden, also erschuf Ich die Welt“ (Hadith des Propheten Mohammed).
Wenn der Schüler bereit ist...
Wir alle haben die Redensart gehört: „Wenn der Schüler bereit ist, wird der Meister kommen.“, aber ich frage mich, wie viele von uns tatsächlich tief hinter die Bedeutung dieser Worte geschaut haben, und besonders hinter das Wort „bereit“. Was bedeutet es? Was bedeutet es, bereit zu sein? Bereit wozu?
Wie viele Menschen fragen sich auf ihrer spirituellen Reise, ob sie zum Beispiel bereit sind, dem Lehrer oder Meister von Nutzen zu sein? Oder nehmen sie einfach an, daß diese fortgeschrittenen spirituellen Wesen nur darauf warten, daß irgendjemand an ihrer Türe anklopfen könnte. Sind sie genug vorbereitet, mit erweckter Intelligenz und mit richtigem Motiv und richtiger Absicht, buchstäblich alles hinter sich zu lassen, wenn sie darum gebeten werden, den großen Schritt ins Unbekannte zu wagen – den gefährlichsten Schritt ihres ganzen Lebens? Ich frage mich, wie viele darüber nachgedacht haben. Vielleicht wissen sie noch nicht, was zuerst geopfert werden müßte, um einem wirklichen Lehrer zu begegnen, einem „kosmischen Apparat zur Transformation subtiler Energie“, wie G.I. Gurdjieff diese seltsamen, oft nicht erkennbaren Menschen genannt hat, denen, beinahe immer von ihren eigenen Lehrern, die schwierige Aufgabe übertragen wurde, in der Funktion eines Lehrers zu handeln, dessen einzige wirkliche Aufgabe es ist, in der Wahrheit und um der Wahrheit willen zu leben und folglich fähig zu sein zu helfen, den „Verborgenen Schatz“ innerhalb des Herzens eines wahren Suchers zu enthüllen.
... wird der Lehrer kommen
Ich kann nur aus persönlicher Erfahrung sprechen; und jede und jeder von euch, die mein erstes Buch „Ich ging den Weg des Derwisch“ gelesen hat, das über eine Zeit geschrieben wurde, die ich in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern bei meinem Lehrer verbrachte, wird wissen, daß ich mich tatsächlich vollständig der Autorität des Mannes unterwarf, den ich in jenem Buch „Hamid“ nannte.
(...)
Der ganze Text in: aJ, Vol 12
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