Steven Jourdain - der "erleuchtete Kettenraucher"


Stephen Jourdain

Stephen Jourdain, erwachter „Kettenraucher“, Philosoph, Mensch, kam im Oktober 2003 nach Hamburg, bereit für ein Interview und bereit für philosophische Gespräche in einem kleinen Kreis. Wir, Mitarbeiter des aJ, wollten ihn befragen zum Thema „Was ist das Böse?“ Wir haben lange Gespräche mit ihm geführt, in denen er sich auf kein vorgegebenes Thema und Schema festnageln ließ, aber sehr wohl die ganze Zeit in seiner einmaligen, eloquent frei assoziierenden Art themenbezogen gesprochen hat. Dabei trinkt er Coca Cola und legt immer wieder eine kleine Zigarettenpause ein.
Nach diesem Wochenende mit Stephen Jourdain blieben wir zurück in einem etwas merkwürdigen Geisteszustand: Hatten wir etwas verstanden? Konnten wir seinen Ausführungen folgen? Wir konnten es nicht, aber wir haben ihm gelauscht, mit ihm gelacht, uns mit ihm gewundert über die Kreationen des denkenden Geistes, mit ihm gefühlt: die Liebe zum Menschsein und das Mitgefühl im Erkennen des selbst erschaffenen Leidens der Menschheit.
Und noch etwas zur Transkription der Gespräche: Welch eine sprudelnde Lebendigkeit, welch ein Chaos, welch unmöglicher Text. So fesselnd es war, ihm zuzuhören, so zugänglich seine Worte dem einfühlenden Hören waren, war doch der geschriebene Text ein Graus, unmöglich (hier höre ich ihn lachen!). Iris Rohmann hat ihn stark überarbeitet und dabei im Blick gehabt, das Charakteristische so weit wie möglich zu erhalten.

Ulrike Porep

Ein Teilnehmer beschreibt seine Begegnung mit Stephen Jourdain so:
Stephen Jourdain – eine menschliche Form, wie sie französischer nicht sein kann. Mit einer tiefen Liebe für unsere abendländische Kultur, verwurzelt in unserer heimatlichen Hemisphäre, sitzt hier ein Weiser vor uns, kein „Guru“. Stille …?! Nein, auch die leiseste Spur exotischer Spiritualität läßt Monsieur Jourdain gar nicht erst aufkommen. Munter plaudert der französische Weise drauflos. Anfangs so leichtfüßig, daß man nicht gleich ahnt, daß es Sokrates Erbe ist, das sich hier anschickt offenbart zu werden. Instinktsicher findet er jedoch unweigerlich zum Kern aller Weisheiten: zum wahren Selbst, zu jenem „Ich bin“ und liefert dann eine so differenzierte Darstellung dessen, was wir in Wirklichkeit sind, daß selbst eingefleischte Advaita-Veteranen fasziniert sind.

(...)

Das Interview in: aJ, Vol 11

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